Fragen und Antworten
zu den Details des Moratoriums zur Aussetzung der KKW-Laufzeitverlängerung

1. Was bedeutet die vorübergehende Abschaltung von sieben Kernkraftwerken (inkl. des KKW Krümmel sind dann acht KKW-Anlagen mindestens für die Dauer des Moratoriums nicht am Netz) für die Strom-Versorgungssicherheit? Wie können diese Abschaltungen kompensiert werden?
Der Wegfall der Erzeugung aus den betreffenden Kernkraftwerken kann zumindest kurz- und mittelfristig durch eine höhere Auslastung der deutschen Steinkohle- und Erdgaskraftwerke ausgeglichen werden. Während es die Kernkraftwerke im Jahr 2010 auf nahezu 6.500 Jahresvolllaststunden brachten, leisteten die Erdgaskraftwerke im Schnitt rund 3.200, die Steinkohlekraftwerke durchschnittlich 3.800 Jahresvolllaststunden. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass in einigen Kraftwerken auch Reserven zum Beispiel für Regelenergie zum Ausgleich der fluktuierenden Einspeisung aus Erneuerbaren vorgehalten werden müssen. Solcher Reserven bedarf es in Zukunft immer mehr. Auch sind die Spielräume im Winter wesentlich geringer als im Sommer.

2. Was bedeutet die Abschaltung dieser Kernkraftwerke für die Strompreise? Werden die Strompreise steigen?

An der Strombörse in Leipzig hat es unweigerlich steigende Strompreise zur Folge, wenn relativ preiswert erzeugende Kraftwerke vom Netz genommen und durch teurere Erzeugungsarten ersetzt werden, die dann den Börsenpreis vorgeben – zumal die Rohstoffpreise, insbesondere die Gaspreise, anziehen werden. Kurzfristige Erhöhungen des Börsenpreises müssen sich aber nicht zwangsläufig in steigenden Stromrechnungen für die Haushalte niederschlagen, weil sie im Rahmen der langfristigen Beschaffung ausgeglichen werden können. Wie sich die Strompreise auf längere Sicht entwickeln, hängt indes vom Ausgang des Moratoriums ab.

3. Was bedeutet die Abschaltung für das Stromnetz?

Wenn der Ausfall durch konventionelle Großkraftwerke kompensiert wird, kann die Netzstabilität grundsätzlich aufrecht erhalten werden. Allerdings bringt die Abschaltung der sieben Reaktoren und ihr Ersatz durch andere Kapazitäten auch eine gravierende Änderung der regionalen Erzeugungsstruktur und der Lastflüsse.