Anschluss und Betrieb von Speicher und Speichersystemen an das Niederspannungsnetz

1. Anmeldung

Für Speicher und Speichersysteme mit einem Niederspannungsanschluss gilt der FNN-Hinweis „Anschluss und Betrieb von Speichern am Niederspannungsnetz“. Ergänzend muss das "Datenerfassungsblatt für stationäre und eigensichere Batteriespeichersysteme am Niederspannungsnetz“ bei der Antragsstellung für Speicher- und Speichersysteme vollständig ausgefüllt abgegeben werden.

2. Netztechnische und netzbetriebliche Anforderungen an Speicher und Speichersysteme

Es existieren derzeit folgende Betriebsmodi von Speichern:

  • Energiebezug (aus dem öffentlichen Netz bzw. aus der kundeneigenen Erzeugungsanlage): Der Speicher verhält sich aus Netzsicht wie eine Bezugsanlage und ist auch so zu bewerten.
  • Energielieferung (in das öffentliche Netz bzw. in das Netz der Kundenanlage): Der Speicher verhält sich aus Netzsicht wie eine Erzeugungsanlage und ist auch so zu bewerten.
  • Verwendung als Netzersatzanlage: Der Speicher wird nur im Inselnetzbetrieb des eigenen Netzes verwendet. Die maximal zulässige Dauer eines Netzparallelbetriebes beträgt ≤ 100 ms. Geht der Netzparallelbetrieb über 100 ms hinaus, sind die o. g. Anforderungen für Energiebezug bzw. Energielieferung zu erfüllen.

Demzufolge sind für den Netzanschluss und Betrieb von Speicher und Speichersystemen die jeweils geltenden technischen Regelungen bzw. technischen Anschlussbedingungen des Netzbetreibers für Bezugs- und Erzeugungsanlagen vollumfänglich einzuhalten.

Derzeit gelten die allgemein gültigen Richtlinien und Technischen Anschlussbedingungen (TAB) für den Anschluss ans Niederspannungsnetz:

  • FNN-Hinweis „Anschluss und Betrieb von Speichern am Niederspannungsnetz“
  • Werknorm TAB 0010 „Technische Anschlussbedingungen, Allgemeine Anforderungen
  • “Werknorm WN TAB 0070 „Anschluss und Parallelbetrieb von Erzeugungsanlagen mit dem Niederspannungsnetz“

2.1 Gleichzeitigkeit der Einspeisung von Speichern und parallelen EZA

Werden Speicher und Erzeugungsanlagen an einem Netzanschlusspunkt (NAP) parallel betrieben, ist zu prüfen ob eine gleichzeitige Einspeisung des Speichers und der zusätzlichen Erzeugungsanlage (z.B. PV) möglich ist. Falls ja, sind beide Anlagen im Rahmen der netztechnischen Bewertung zu berücksichtigen.

2.2 Nachweis der Erfüllung der technischen Anforderungen

Hier gilt der bereits genannte FNN-Hinweis „Anschluss und Betrieb von Speichern am Niederspannungsnetz“.

Zusätzlich zu den oben beschriebenen Nachweisverfahren muss ein Nachweis der ordnungsgemäßen Funktion des Energieflussrichtungssensors (EnFluRi) erbracht werden. Die Hersteller müssen für die Sensoren des Speichersystems einen Funktionstest (Typprüfung) durchgeführt und dies mit einem typspezifischen Konformitätsnachweis bestätigt haben. Vor Inbetriebnahme des Speichersystems (des Sensors) muss ein Inbetriebnahme-Nachweis gemäß der Errichtungsanweisung des Herstellers durch den Anlagenerrichter erfolgen.

3. EEG Umlagepflicht

Wird ein Stromspeichersystem aus regenerativen Energie beladen, so handelt es sich hierbei um eine Erzeugungsanlage, die ggf. der EEG-Umlagepflicht unterliegt. Um diesen Sachverhalt prüfen zu können, ist es notwendig, dass Sie uns den Fragebogen zur EEG-Umlagepflicht ausgefüllt zustellen.